Die Tools der Grafiker

25. April 2018 | 19:11

Ausgewählte Themen der Gestaltung: Arbeiten mit Illustrator, InDesign und Co

Wer bereits erste Erfahrungen im Bereich Grafikdesign gesammelt hat weiß: Es sieht einfacher aus als es ist. Auch an der Hochschule Harz werden Kurse in diesem Bereich angeboten. Ansprechpartner und Lehrkraft für Gestaltung ist Diplom Designer Christopher Jung.

 

Ist das Kunst oder kann das weg?

Im März 2013 wurde das Gemälde „Onement VI“ von Künstler Barnett Newman für 43,8 Millionen US Dollar versteigert. Das abstrakte Gemälde aus dem Jahr 1953 zeigt zwei blaue Rechtecke, die durch einen weißen Streifen voneinander getrennt sind. Ein Bild mit wenig Aufwand, könnte man meinen, und doch ein Klassiker der Kunstgeschichte. Dieses Beispiel zeigt, dass es manchmal nicht viel braucht, um Kunst zu erschaffen. Und noch etwas wird deutlich: Die Komposition der Objekte auf der Leinwand müssen zusammenpassen.

Das ist das Thema des Kurses „Ausgewählte Themen der Gestaltung”. Christopher Jung erklärt den Studierenden die Grundelemente der Gestaltung, analog sowie digital.

 

Manchmal fallen die Dinge genau richtig

Die Studierenden in Christopher Jungs Kursen wissen genau, dass zwei wichtige Utensilien nicht fehlen dürfen: Schere und Kleber. Denn oft beginnt der Kurs damit, geometrische Formen aus schwarzem Karton auszuschneiden und sie möglichst interessant auf einem Blatt Papier darzustellen. Wem das anfangs noch schwer fällt, merkt nach einer Weile, dass diese Übung den Blick für die Anordnung von grafischen Objekten formt. Zu diesen Übungen gehört es auch manchmal die Perspektive zu wechseln oder den Zufall entscheiden zu lassen. So sieht man häufig Studierende, die ihre Arbeiten an die Wand hängen, um sie von weitem zu betrachten. Oder auch jene, die ihre Formen einfach auf ihr Blatt fallen lassen, sie wegpusten oder durcheinander schütteln.

 

Das Analoge im Digitalen

Auch wenn das Analoge ein wichtiger Teil des grafischen Gestalten ist, so liegt der Fokus doch auf den digitalen Projekten, an denen die Studierenden in Christopher Jungs Kurs arbeiten. So wird Schriftsetzung in InDesign geübt und das Arbeiten mit Vektorgrafiken in Illustrator behandelt. Zusammengeführt werden die Übungen dann in der Abgabe des Kurses: der Gestaltung eines eigenen Weinetiketts. Hier treffen nicht nur Typografie und Gestaltungselemente aufeinander, sondern auch das Analoge und Digitale. Denn wie genau das Etikett auf einer Weinflasche wirkt, kann man nur wissen wenn man es ausprobiert. So gehören also nicht nur Kenntnisse der digitalen Programme, sondern auch das richtige Anpassen der Größe und damit das Arbeiten im analogen Bereich zur Prüfungsleistung.

Weinetikett / Foto: Jennifer Albrecht

Weinetikett / Foto: Jenny Albrecht

 

Keine Vorkenntnisse nötig

Viele der Studierenden hatten anfänglich keinerlei Erfahrung mit den Programmen oder im Bereich Gestaltung. Andere haben bereits von Christopher Jung angebotene Kurse wie „Typografie“ belegt. Grundsätzlich ist aber für das grafische Arbeiten mit den Programmen kein Vorwissen nötig. Wer wirklich Interesse an dieser Arbeit hat, kann sich problemlos und schnell einarbeiten. Zusätzlich gibt Christopher Jung natürlich Hilfestellungen.

Und auch das gewisse Auge für grafische Gestaltung kann erlernt werden. Denn das Beispiel des Künstlers Barnett Newman zeigt: Es braucht nicht viel, um Kunst zu schaffen. Nur etwas Farbe, Geduld und ein Blick für Gestaltung.