Die Grundbausteine der Spieleentwicklung

25. April 2018 | 19:11

Spieleprogrammierung: Die Entstehung eines vielseitigen Kurses

Die Spezialisierung „Spieleprogrammierung“ an der Hochschule Harz wurde im Wintersemester 2017/18 durch den Koordinator des Studiengangs „Medien- und Spielekonzeption“, Professor Daniel Ackermann, ins Leben gerufen. Die Idee war es, einen Programmierkurs für den Umgang mit der Spielentwicklungssoftware Unity anzubieten und somit das bestehende Interesse im Bereich Videospiele weiter auszubauen. Professor Ackermann holte sich für dieses Vorhaben den Spielexperten Friedrich Hanisch ins Boot, welcher seit 2011 Mitbegründer des Studios „Ratking Entertainment“ ist und bereits mehrere eigene Videospiele auf den Markt gebracht hat. Studiert hat Hanisch in Halle, unter anderem mit Professor Ackermann als Dozenten. Die beiden kennen sich daher bereits seit längerer Zeit und als es um die Frage ging, wer einen Programmierkurs im Bereich Spieleentwicklung leiten könnte, war ein möglicher Kandidat schnell gefunden.

Auch wenn sich die Spezialisierung prinzipiell an Studierende richtet, die bereits erste Erfahrungen mit Unity gemacht haben, so haben in diesem Semester auch mehrere Anfänger am Kurs teilgenommen. Damit diese ebenfalls den Übungen folgen konnten, wurde ihnen daher kurzerhand die grundlegende Herangehensweise für die Entwicklung von Spielen, sowie ein Mini-Programmierkurs in Unity vermittelt.

 

Worum geht es eigentlich?

Die Spezialisierung Spieleprogrammierung beschäftigt sich hauptsächlich mit der „Physik-Engine“ des Programms, also der Simulation realer physikalischer Prozesse innerhalb eines Spiels. Wie bringt man einen digitalen Ball zum Rollen und was muss man tun, damit ein Charakter im Wasser schwimmt anstatt unterzugehen?

Zusätzlich werden in dem Kurs aber auch die zahlreichen Möglichkeiten zufälliger Entwicklungen aufgezeigt, die während der Programmierung entstehen und unter Umständen auch weiter genutzt werden können. Denn selbst erfahrene Programmierer stoßen ab und zu auf unerwartete Effekte während der Entwicklung eines Spiels. Solche Effekte können unterhaltsam, gelegentlich aber auch nützlich sein, um neue Wege aufzuzeigen, die eine Weiterentwicklung des Projekts ermöglichen.

Es werden mehrere Übungen zu den Themen Schwerkraft, Levelaufbau sowie Kampfsysteme von Grund auf erläutert und innerhalb der Vorlesungen nachgebaut. In den Übungen selbst werden dabei bereits die Umsetzungen eigener Ideen unterstützt.

Übungen mit freien Assets von Unity / Foto: Teresa Gärtner

Übungen mit freien Assets von Unity / Foto: Teresa Gärtner

 

Das fertige Produkt am Ende des Kurses

Durch die Veranschaulichung der zahlreichen Möglichkeiten in Unity sollen die Studierenden angespornt werden, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen umzusetzen und später in weiteren Projekten einzubinden. Die Spezialisierung findet ihren Abschluss mit der Abgabe eines eigenen kleinen Spiels, dessen Art, Umfang und Umsetzung ebenfalls den Studierenden selbst überlassen ist.

Die einzige Vorgabe für die Arbeit ist der Aspekt der Interaktion. Die Möglichkeit der Interaktion ist der bedeutende Unterschied und in vielerlei Hinsicht auch der große Vorteil von Spielen gegenüber Filmen oder einfachen Animationen. Videospiele ermöglichen die Steuerung von Spielfiguren und die Beeinflussung der digitalen Spielewelt. Dadurch entsteht eine individuelle und vielseitige Form der Geschichtenerzählung in welcher der Spieler selbst die vorliegende Geschichte auf ganz individuelle Art und Weise erlebt.

 

Praxisnähe statt Theorie

Durch seine vielseitigen Eigenschaften ermöglicht das Programm Unity die Umsetzung kleiner und/sowie großer Spiele in so gut wie allen Bereichen der Spielebranche. Hat man sich erst einmal mit den Funktionen und der Programmiersprache vertraut gemacht, stehen alle Türen offen, um ganz eigene und individuelle Projekte in die Tat umzusetzen. Die Spezialisierung Spieleprogrammierung ermöglicht Interessierten den ersten Schritt in die Welt der Spieleentwicklung. Der Kurs zeichnet sich jedoch nicht nur durch die vorgegebenen Übungen aus, sondern liefert gleichzeitig eine praxisnahe Herangehensweise an die Thematik der Programmierung durch den erfahrenen Spieleentwickler Friedrich Hanisch, welcher den Kursteilnehmern bei Problemen und Fragen in diesem Semester mit Rat und Tat zur Seite stand.