Abendunterhaltung im Seminarraum

25. April 2018 | 19:10

Spieleabende in der Hochschule

Wenn schon längst alle Professoren und Studenten das Hochschulgelände verlassen haben, ist in ein paar Räumen der „Papierfabrik“ noch gar nicht an Feierabend zu denken: An den Wochenenden treffen sich die Studierenden des Studiengangs „Medien- und Spielekonzeption“ regelmäßig zu Spieleabenden in der Hochschule. Diese ziehen sich nicht selten bis spät in die Nacht.

 

Zocken in gemütlicher Runde

Wie zu jedem Spieleabend bereiten die ersten Ankömmlinge den Raum für den Abend vor: Tische werden zurechtgerückt und das mitgebrachte Equipment aufgestellt und angeschlossen. Wo und wann sich getroffen wird, vereinbaren die Studenten immer ein paar Tage vorher in einer Chat-Gruppe. Manchmal entstehen die Treffen aber auch ganz spontan und kurzfristig, sobald jemand den Startschuss gibt. In der Chat-Gruppe selbst ist eine sehr große Anzahl von Mitgliedern vertreten, allesamt Studenten der Medien- und Spielekonzeption (MuSK). Nicht alle von ihnen kommen zu jedem Treffen, aber durch die Gruppe ist es jedem möglich, sich über einen bevorstehenden Abend zu informieren, sich mit anderen abzusprechen und auch, um sich kurzfristig zu entscheiden zu später Stunde doch noch dazuzustoßen. Die Anzahl der Teilnehmer schwankt von sechs Leuten bis hin zu einer Gruppe von zwanzig Zockerfreudigen.

Haus 9 / Foto: Marieke Polnik

Haus 9, ehemalige Papierfabrik / Foto: Marieke Polnik

 

Jeder ist willkommen

Auch wenn die Spieleabende zunächst von den Studierenden des Studiengangs MuSK gestartet wurden, ist jeder zu den Treffen willkommen, der nach Spaß sucht und sich zu benehmen weiß. Seit neustem stoßen auch Studierende des Bachelorstudiengangs „Medieninformatik“ öfters zu den Abenden hinzu. Spiele machen nicht nur Spaß sondern verbinden auch, und die letzten Treffen haben gezeigt, dass die steigende Anzahl von Teilnehmern der Unterhaltung keinen Abbruch getan hat.

 

Wachsendes Interesse am gemeinsamen Zocken

Angefangen haben die Spieleabende vor fast zwei Semestern. Damals bestanden sie nur aus einer Hand voll Leuten – oft nicht mehr als 10 Studienkollegen, die die Möglichkeit nutzten, sich auch noch zu später Stunde in den Räumen der Hochschule aufhalten zu dürfen. „In diesem Semester sind es viel mehr Teilnehmer als bisher“, erzählt Norman Henges, ein Master-Absolvent. Auch die Häufigkeit der Treffen ist plötzlich angestiegen. In diesem Semester gab es fast jeden Monat mindestens einen Spieleabend. „Vorher haben wir uns vielleicht zweimal im Semester getroffen“, fügt er noch hinzu. Die Möglichkeit, sich mit anderen Studenten zu treffen und gemeinsam Videospiele zu spielen, wird offensichtlich gut angenommen. Und auch die Bereitschaft, diese Treffen zu organisieren, ist merklich gestiegen.

 

Alles, was das Spielerherz begehrt

Viele der Anwesenden bringen ihre eigenen Konsolen von Zuhause mit und gestalten dadurch den Spieleabend nach ihren Vorstellungen. Die Teilnehmer, die keine Konsolen besitzen, freuen sich über die mitgebrachte Technik. Gespielt wird oft an den vorhandenen Bildschirmen der Hochschule. Gelegentlich bringt aber auch jemand den eigenen Fernseher mit, um das Spielerlebnis zusätzlich zu verbessern.

Am letzten Spielabend brachte sogar ein Student einen alten Röhrenfernseher mit, um seine ebenfalls mitgebrachte „SEGA“ Konsole spielen zu können. Das Sammelsurium reicht nicht selten von beinahe antiken Spielekonsolen zu den neuesten Geräten auf dem Markt. Die verschiedenen Spielmöglichkeiten, egal ob alt oder modern, werden gleichermaßen gerne genutzt.

 

Neben der vielen Technik gibt es aber auch eine Gruppe von Freunden der analogen Spiele. Diese suchen sich ihren ganz eigenen Bereich im Raum, um die mitgebrachten Brett- und Kartenspiele auszubreiten und eine ausgiebige Spielrunde mit mehreren Interessierten zu beginnen. Sowohl digital als auch analog ist an den Spieleabenden sehr gefragt und nicht selten wechseln die Teilnehmer zwischen beiden Camps, sobald ihnen der Sinn nach etwas anderem steht.

Analoge Brettspiele / Foto: Teresa Gärtner

Analoge Brettspiele / Foto: Teresa Gärtner

 

Das Angebot ist groß genug und jeder kommt auf seine Kosten. Beim letzten Treffen wurde sogar mit großer Begeisterung Karaoke gesungen. Jeder Abend hält neue Spiele und gelegentlich auch neue Gesichter bereit und die Studenten lassen es sich auch trotz herannahender Projektabgaben nicht nehmen, den Spielabend regelmäßig abzuhalten. Das nächste Treffen steht schon an.