Zusammen den Gipfel erklimmen

22. April 2018 | 18:48

Das Spiel „SumMit” und die Förderung interkultureller Kommunikation

„Der Schwerpunkt des Spiels ist es, seine Komfortzone zu verlassen,” sagt Linda Hube über “SumMit”, das Spiel, das die Masterstudentin der „Medien- und Spielekonzeption“ im Wintersemester 2016/17 und Sommersemester 2017 zusammen mit ihrem Kommilitonen Lauritz Brinkmann entwickelt hat. „SumMit” bedeutet den Gipfel erklimmen und genau das ist auch das Ziel des Spiels.

 

Kommunikation als Kernmechanik

„SumMit” ist ein Mehrspieler-Game für Android, das eine ganz besondere Eigenschaft hat: Das Spiel kann nur zu Ende gespielt werden, wenn die Spieler ihre Komfortzone verlassen und miteinander kommunizieren. Als kleine Pflanzenwesen befinden sich die Spieler am Fuße eines Berges und können den Aufstieg auf den Gipfel nur schaffen, wenn sie die Puzzle-Aufgaben der Level gemeinsam lösen. So spielen sie zunächst nur zu zweit, danach zu viert und schließlich spielen alle acht Spieler gemeinsam. Auch der Name des Spiels deutet auf die Kommunikation und das Miteinander: „summit” ist englisch und bedeutet Gipfel, während das Verb „to summit” das Erklimmen des Gipfels bedeutet. Das großgeschriebene M und damit das Wort „Mit“ spielt außerdem auf das „Miteinander“ an.

Doch diese Zusammenarbeit endet nicht in der digitalen Welt. Um die Level zu bestehen müssen die Spieler auch den tatsächlichen Raum nutzen und von ihren Bildschirmen aufsehen und sich mit den Mitspielern verständigen.

Förderung von Kompetenzen
Neben Kommunikation soll „SumMit” auch das Verstehen von anderen Kulturen und deren Denkweisen und Strategien fördern, die Angst vor dem Unbekannten nehmen und die Offen­heit für neue Erfahrungen fördern. Der erste Schritt dazu ist das Verlassen der eigenen kulturellen Komfortzone. Und das ist gerade in der heutigen Zeit ein immer wichtiger werdendes Thema.

„SumMit” entstand aus der Zusammenarbeit der Hochschule Harz und dem interkulturellen Kompetenzzentrum der Georg-August-Universität Göttingen (IKZ). Das IKZ behandelt eben diese Themen und bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre interkulturellen Kompetenzen zu schärfen und zu verbessern. Zusammen mit den Studierenden aus Göttingen wurden die Level in enger Zusammenarbeit konzipiert und getestet.

 

Austausch zwischen den Universitäten

Im Rahmen des „Theorieprojekts“ entwickelten Lauritz und Linda zusammen mit den Studierenden aus Göttingen das Konzept für „SumMit”, im darauffolgenden Semester wurde das Spiel im „Praxisprojekt“ ausgearbeitet.
Auch die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Harz und der Georg-August-Universität Göttingen trug ihren Teil zum Verständnis von Kompetenzen bei. So trugen die Studierenden aus Göttingen zum Inhalt des Spiels und den zu lösenden Aufgaben mit ihrem Wissen um interkulturelle Kompetenzen und Zusammenarbeit bei, während die Masterstudierenden aus Wernigerode ihre Fähigkeiten im Bereich Game Design, Artwork und Programmieren mit einfließen ließen.

„Wir selbst konnten oft nicht einschätzen, ob ein Aspekt im Spiel angemessen für interkulturelle Kommunikation ist. Die Göttinger haben sofort darauf hingewiesen und wir konnten den Aspekt anpassen,” sagt Linda über die Zusammenarbeit mit den Studierenden aus Göttingen.

 

Arbeitsweise

Auf seinem Portfolio schreibt Lauritz über „SumMit”: „Besondere Anfor­derungen waren […] die Ziel­plattform Android, sowie die Umsetzung der Optik, die 2D und 3D mitein­ander verbindet. Die größte Heraus­forderung stellte jedoch die Program­mierung des Multi­players dar, der bis zu acht Teil­nehmern die gemeinsame Reise zum Gipfel ermöglicht”. Der Master-Student war vornehmlich für das Programmieren zuständig, während Linda die Grafiken und Animationen designt hat. In der Zukunft sehen die beiden „SumMit” als integratives Kommunikationsspiel in Workshops zur interkulturellen Zusammenarbeit.