Wie man ein Konzept in sechs Monaten entwickelt

22. April 2018 | 18:37

Theorieprojekt: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

„Es ist nicht magisch, aber zauberhaft” sagt Sadjad Krüger über sein Projekt „Ikarus”. Zusammen mit seiner achtköpfigen Gruppe konzipiert er im Rahmen des „Theorieprojekts”, geleitet von Professor Dominik Wilhelm, eine Animationsserie im surrealistischen Stil. „Ikarus“, das ist der Working Titel des Projekts, behandelt die Reise der Protagonistin von ihrer Heimat, einer abgeschotteten, fliegenden Forschungsinsel, in die Welt am Boden. Doch wenn man einen Blick in den Kurs Theorieprojekt wirft, findet man nicht nur Filmprojekte.

 

Von der Idee zur Konzeption

Im Vordergrund des Kurses steht die theoretische Ausarbeitung eines Konzepts – was genau ist den Studierenden selbst überlassen. Im Projekt „Ikarus” arbeitet die Gruppe um Sadjad eigenständig als Studio zusammen und muss sich selbst organisieren.

„Es gibt verschiedene Bereiche wie 3D-Animation, Storytelling und Producing” sagt Sadjad über sein Team. Die Arbeit baut aufeinander auf: erst wenn die Character-Editorials und die Dramaturgie stehen, können die Charaktere designt werden. So lernen die Studierenden nicht nur eine Idee in ein fertiges Konzept umzuwandeln, sondern auch im Team zu funktionieren.

Wer im Wintersemester das „Theorieprojekt” belegt, setzt sein Konzept häufig im nächsten Semester im „Praxisprojekt” um. „Ikarus” soll zwar nach der Konzeptionsphase bereits in die Umsetzung gehen, ob es im Rahmen des Praxisprojekts im kommenden Sommersemester hergestellt werden soll, ist aber nicht nicht klar.

Deine Idee steht im Mittelpunkt

Das Theorieprojekt bietet den Studierenden die Möglichkeit ihre eigenen Ideen frei und individuell zu gestalten. Auch Konzepte für Spiele sind ein großer Teil der Theorieprojekte.

„Digitale Spiele sind ein massenkulturelles Phänomen, das längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Daher ist es wichtig alle Aspekte auszuschöpfen und zu experimentieren” erklärt Bastian Meyer und meint damit sein barrierefreies Role Playing Game. Anders als in klassischen Spielen, in denen das Visuelle im Vordergrund steht, soll in seinem Projekt der Fokus auf ein Acoustic User Interface gelegt werden. Die Idee dahinter ist das Konzept eines Spiels für Menschen mit Sehbehinderungen zu entwickeln. Angestoßen von dem Spiel „Hellblade: Senua’s Sacrifice”, in dem die Protagonistin mit Schizophrenie kämpft, hatte Bastian die Idee für ein Game mit ganz anderem Hintergrund. „Es gibt für erkrankte Menschen keinen Markt in der Game-Industrie” kritisiert er. Der Student beschäftigt sich in seiner Konzeptionsphase unter anderem mit dem Leveldesign seines Games und damit auch mit der Frage, wie man mit ganz rudimentären oder gar keinen visuellen Markern ein Level gestaltet, was dem Spieler auch Spaß macht.

 

Die Vielfalt der Fantasie

Im Kurs „Theorieprojekt” werden jedes Jahr verschiedene Themenbereiche abgedeckt. Dabei ist es egal, ob die Studierenden alleine oder in Gruppen arbeiten, ob sie ein Game, einen Film, eine App oder ein Drehbuch konzipieren – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Das Wichtigste, das lernt man schnell, ist einfach anzufangen. Und dabei hilft das Theorieprojekt. Sicher ist, dass das Theorieprojekt immer neue und viele verschiedene Ideen hervorbringt. Und vielleicht wird eines Tages aus einem kleinen Konzept einmal ein großes Projekt.